Vergleich Diesel und Benzin beim Mietwagen

Bei der Frage nach der Benzinsorte oder der Wahl eines Dieselfahrzeugs stellt sich zunächst die Grundfrage, in welchem Urlaubsland und in welcher Region man den Leihwagen in Empfang nehmen will. Nur weil der Anteil der Dieselfahrzeuge in Deutschland in den letzten Jahren rasant gestiegen ist, muss das noch lange nicht in all den anderen europäischen Ländern oder gar in Nordamerika (USA, Kanada) oder in Asien gelten.

In diesen Ländern brauchen Sie erst gar nicht länger zu suchen: Japan und Brasilien sind definitiv keine Dieselländer. Was meinen Sie warum der japanische Autohersteller Nissan viele Dieselfahrzeuge mit Motoren der Dacia/Renault-Allianzbrüder ausstattet?! Toyota hat sich dementsprechend mehr auf Hybridmodelle spezialisiert. Auch die USA sind mit einem Anteil von deutlich unter 5% keine Dieselnation. Eher kann man von Indien behaupten, dass sich die Zahl der Selbstzünder dramatisch erhöht, aber Indien ist kein klassisches Selbstfahrer-Urlaubsland. Da fällt eher noch Südkorea mit seinem Diesel-Anteil von 30% bei den Antriebsarten auf. In den USA und Kanada sind Dieselautos erst in geringer Anzahl vertreten.

Vergleichsrechner Diesel vs. Benzin!

Im Netz gibt es viele Vergleichsrechner, die anzeigen sollen, welche von beiden Antriebsarten sich mehr lohnt. Diese sind in der Regel aber für Autokäufer gedacht und beziehen sich auf die jährlich gefahrene KM-Leistung und beinhalten auch die Kostenpunkte Steuern, Versicherungen, höherer Kaufpreis. Für den Urlauber der das Fahrzeug nur über wenige Tage / Wochen anmietet, ist das kein brauchbares Kriterium. Da gehts eigentlich nur um Fahrleistung / zurückgelegte Kilometer, Spritpreis, Verbrauch und Preisdifferenz für den Sonderwunsch Dieselmotor.

Preisunterschied beim Tanken prüfen!

Zunächst mal muss man für seine Urlaubsregion schauen, ob sich überhaupt Unterschiede beim Benzinpreis ergeben. Die Rubrik International auf der Webseite Benzinpreis.de hilft für den ersten Überblick gut weiter. In den USA, Kanada und Australien ist der Unterschied nicht so stark wie in Mittelamerika, Europa, Afrika und Asien, wo es Preisunterschiede von 10 Eurocent pro Liter durchaus realistisch sind. Innerhalb Europas fällt auf, dass in Spanien (außer Kanaren) und Portugal die Differenz zwischen den Benzinsorten nicht so groß ist wie in Deutschland oder Frankreich, wo man mit dem Diesel deutlich mehr sparen kann. Kurios ist es in England, wo der Dieselpreis schonmal höher als der Superbenzinpreis liegt.

Der Fokus liegt also auf Europa und da besonders auf Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien. Hier stellt man bei der Fahrzeuggröße fest, dass vor allem die schweren SUVs (geländegängige Wagen) und Familienvans mit dieser sparsamen Motorvariante ausgestattet sind.

Fahrstrecke ist entscheidend

Eine echtes Loch in die Urlaubskasse reissen sich Individualurlauber, die unzählige Kilometer im Urlaubsland zurücklegen. Dabei verschätzen sich viele Touristen. Wer hätte gedacht, dass es durchaus üblich ist, auf der Ferieninsel Mallorca 500-600km zu fahren, wenn man innerhalb von 7 Tagen die Westküste mit dem Tramuntana-Gebirge, die Nordküste rund um Alcudia mit Cap Formentor, die Strände an der Ostküste (Cala Ratjada und Cala Millor und Cala D'Or) sowie den schönen Es Trenc im Süden besucht. Dazu noch zwei Transfers vom Flughafen zur Unterkunft. In diesem Fall kommt Einiges an Kilometern zusammen. Etwas mehr als eine Tankfüllung ist nicht ungewöhnlich. Das Sparpotential kann unter dem Strich durchaus 20 bis 30 Euro ausmachen, wenn man sich für einen Diesel entscheidet und spritsparend fährt (z.B. bevorzugt Landstraßen). Auch wenn man in den USA kaum Dieselautos anmieten kann, so sind dort die Entfernungen größer und es macht durchaus Sinn, ein spritsparendes Benzinauto mit einem Schluckspecht-Mehrzylinder-Wagen zu vergleichen und sich für die sparsame Variante zu entscheiden.

Wo kann man nun ein Dieselauto garantiert bekommen?

Der in Deutschland groß verbreitete Autovermieter Sixt bietet über seine Homepage, telefonisch oder direkt am Schalter die Möglichkeit, den Wunsch "Dieselfahrzeug" kostenlos an das Servicepersonal zu geben, aber eine Garantie gibt es dafür nicht. Die Mitarbeiter werden sich bemühen, Ihren Wunsch nach Verfügbarkeit möglich zu machen, heißt es.

Bei Europcar sieht das schon etwas verbindlicher aus, ist aber kostenpflichtig. Für 5,- Euro pro Tag oder maximal 70 Euro pro Mietzeitraum erhält man (nach Verfügbarkeit) garantiert sein Fahrzeug mit Dieselmotor, wenn man das unter "Extras" und dort "Diesel-Option" angibt. Leider klappt das nicht in den beiden kleinen und sehr günstigen Fahrzeugkategorien Mini (Opel Adam o.ä.) und Economy (VW Polo o.ä.). Europcar hat den Vorteil, dass viele Fahrzeuge nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen europäischen Ländern zu bekommen sind und dass man die Preise manchmal bei Brokern oder Vermittlern wie AutoEurope in ähnlicher höher oder günstiger bekommt.

Die Aufpreise für Diesel bei Avis sind ähnlich wie bei Europcar, wobei dort als Einschränkung noch ein Service-Aufpreis von 22% bei Anmietungen an Flughäfen oder Bahnhöfen erhoben wird. Eine Fahrzeugtypen-Einschränkung ist allerdings bei Avis nicht zu erkennen.

Foto: "Euros in Fuel Tank" by Images Money

Nachricht vom 27.4.2015

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